Kinder-Fahrradanhängersysteme im Test: Gift am Haken
27. Apr 2010 - Verbraucher-Reporter.NET
Der ADAC fand bei einem Test in zehn von zwölf Fahrradanhängersystemen gefährliche, giftige Substanzen. Weil die Konzentration so stark war, mussten fünf Modelle mit „mangelhaft“ abgewertet werden.
„Schadstoffe haben in Fahrradanhängern und Trailern für Kinder nichts zu suchen. Die Produkte müssen nicht nur schadstofffrei produziert, sondern auch als ‚schadstofffrei’ ausgezeichnet sein, damit Eltern auf einen Blick sicher sein können, ihren Nachwuchs nicht unnötig mit Schadstoffen zu belasten“, so ADAC-Vizepräsident für Technik Thomas Burkhardt. Aufgrund der Testergebnisse hat der Hersteller Burley beschlossen, die Markteinführung von zwei neuen Produkten solange aufzuschieben, bis einwandfreies Material angeboten werden kann.
Mit der Bewertung „gut“ wurde der Chariot Cougar 2, der durch seinen Gesamteindruck und seine Vielseitigkeit besticht, bester Fahrradanhänger. Weniger gut ist, dass er über kein serienmäßiges Rücklicht verfügt. Schlusslicht bei den reinen Fahrradanhängern wurde der Prophete Art 2906 nicht nur, weil bei ihm die höchsten Schadstoffwerte entdeckt wurden. Auch bei Regen bietet er kaum Schutz. Allerdings ist er schon für 120 Euro zu haben; der teuerste Anhänger kostet fast 850 Euro.
Größere Kinder, die ihre Eltern schon aktiv auf der Fahrradtour begleiten können, werden einen Fahrradtrailer oder eine einfache Tandemstange bevorzugen. Hier können sie aktiv mittreten und sind dennoch gegen Stürze und körperliche Überforderung geschützt. Aber auch hier fanden sich in Lenkergriffen und Sätteln Weichmacher und andere Substanzen, denen man lieber aus dem Weg gehen sollte.
Mit der Note „gut“ machte der Fun-Trailer Ft-Two/6 den besten Eindruck unter den drei getesteten Trailern. Bei den Fahrradzugsystemen, das sind im Prinzip lediglich Verbindungsstangen zwischen zwei Rädern, erwies sich die Tandemstange Profex Koala II wegen schlechter Haltbarkeit als „’mangelhafter’ Totalausfall“.
Im Vergleich mit den anderen Systemen seien die Fahrradhänger tendenziell sicherer gewesen. Zu diesem Urteil kommt der Klub nach exemplarischen Sicherheitsüberprüfungen in Form eines Crashtests mit seitlichem Aufprall. In jedem Fall sollte jedoch ein Fahrradhelm getragen werden, so der Rat der Fachleute. Bei den Trailern bestehe die Gefahr, dass Kinder unterwegs einschlafen und vom Rad fallen. Den ausführlichen Test findet man in der Mai-Ausgabe der „ADAC Motorwelt“ oder im Internet unter www.adac.de. (auto-reporter.net/sr)
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