Die grüne Reparatur
18. Sep 2009 - Umwelt-Reporter.Net
Ein zerbeulter Kotflügel nach einem Unfall ist oft ein klarer Fall für die Werkstatt. Dort wird der Wagen wieder auf Vordermann gebracht, häufig durch den Austausch des defekten Einzelteils. Aber ist der Einbau eines Neuteils immer notwendig? Nein, sagt das Allianz Zentrum für Technik: Eine Reparatur sei meist nicht nur billiger, sondern auch ökologisch sinnvoller als die Erneuerung des beschädigten Teils. Bestes Beispiel: Schäden an Karosserie-Außenhaut und Fahrzeuglackierung eines Golf V. Bei der Reparatur einer Seitenwand kann hier der CO2-Ausstoß um 60 Prozent, bei der eines Kunststoffstoßfängers um 72 Prozent reduziert werden jeweils im Vergleich zur Erneuerung der Teile. Bei der Kleinschadenreparatur am Kotflügel fällt der CO2-Ausstoß um 44 Prozent geringer aus als bei seiner Ganzlackierung. Damit sei nun erstmals der Nachweis erbracht, dass die von der Allianz seit langem empfohlenen sanften Reparaturmethoden nicht nur technisch einwandfrei und kostengünstig, sondern auch umweltfreundlicher seien, so Dr. Karl-Walter Gutberlet, Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungs-AG. Die Experten schätzen, dass jährlich in 3,5 Millionen Fällen ein Metall- oder Kunststoffteil sanft repariert werden könnte. Damit wäre es möglich, allein in Deutschland die CO2-Einsparung von 200.000 auf 570.000 Tonnen jährlich zu steigern. Ergo: eine Methode mit Zukunft und hohem Umweltnutzen. Allerdings eine, die bisher noch viel zu wenig angewandt wird. Durchsetzen kann sie sich nur, wenn Autofahrer mithelfen indem sie in der Werkstatt auf einer umweltfreundlichen Reparatur bestehen. (News-Reporter.NET/GP)
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